- Wüstenschiff
- durch den Kanal
Tag 118-119 11-12.07.10
Nach Afrika will ich durch einen Tunnel unter dem Suezkanal fahren, jedoch ist der Tunnel für Fahrräder und Fußgänger gesperrt erklärt mir ein Polizist. Die nächste Möglichkeit mit einer Fähre überzusetzen würde zwei Tage Umweg bedeuten. “Was soll ich machen?” frage ich einen Polizist- “Warten”. Der erstbeste Kleinlaster wird gestoppt und das Fahrrad mit vereinten Kräften auf die Ladefläche gehievt. Dort nehme auch ich Platz und ab geht es durch den Tunnel. Ich stelle fest, dass es gut war nicht selbst durchfahren zu dürfen, die Spur ist zu schmal, als dass ich hätte gefahrlos überholt werden können.
Frühstück gibt es in Afrika an einer Tankstelle. Den Weg nach Suez fahre ich mit einem stillen Lächeln auf den Lippen – Wieder in Afrika, diesmal den ganzen Weg mit dem Fahrrad.
In Suez erhole ich mich den nächsten Tag und schaue den großen Ozeanriesen zu, die sich durch den Kanal schieben. Auch mein Allerwertester freut sich erstmals auf der Tour wirklich über eine Pause.
Tag 120 85km 13.07
Als ichMittags wieder weiterfahre ist es mit der Ruhe der Wüste vorbei. Viele LKWs fahren auf der Straße, viele von ihnen hupen. Es ist zu laut, dazu sehr heiß und Gegenwind der mich zermürbt. Ich fühle mich auf dieser Straße nicht wohl, es fehlt aber an einer alternativen Route. Immer wieder LKWs mit qualmenden Reifen oder beim Reifenwechsel. Ob das an der Hitze liegt?
Als Nachtquartier suche ich mir etwas Gestrüpp aus, in dessen Mitte es eine Art Lichtung gibt. Da mein Brot verschimmelt ist gibt es eine bescheidene Mahlzeit aus Schmelzkäse und Butterkeksen. Eine Springmaus kommt und zeigt erstaunlich wenig Scheu, als ich sie verjagen will. Erst beginnt sie an meinen Schuhen zu nagen, nimmt sich dann aber doch lieber mein Brot vor. Soll sie haben.
Mit der Dunkelheit kommen die Mücken. Erst versuche ich alles inklusive Gesicht zu bedecken, aber es wird unerträglich warm. Also wenigstens Gesicht raus. Als schließlich meine Lippe durch einen Stich anschwillt (schlafen kann ich bei dem Gesumme eh nicht) wechsel ich das Nachtlager. In der Nähe beginnen Dünen hinter welche ich mich in den Sand lege. Keine gute Nacht, aber immerhin besser.








